• Home
  • Technische Sauberkeit
  • Reinraum
  • Messtechnik
  • Bekleidung
  • Verbrauchsmaterial
  • Termine
  • VR
  • |Promotion|
  • 20. August 2019

    Reinraumverpackungen aus Kunststoff trotzen Kontaminationen

    Um Kontaminationen im Rahmen hygienesensibler Produktionsprozesse zu vermeiden, muss eine Vielzahl an Kriterien Beachtung finden. Hierzu zählt auch das gesamte Verpackungs-prozedere. Um produktübergreifende Schmutz- und Keimeinträge zu verhindern, liegt der Fokus daher auch auf speziellen Kunststoffverpackungen, die für diese Bereiche geeignet sind.

    (Foto: Jason Butcher/istockphoto.com)

    Kunsttstoffpaletten zählen aufgrund der glatten Oberflächen zu den besonders gut geeigneten
    Verpackungsmaterialien im Reinraum. (Foto: Jason Butcher/istockphoto.com)

    Wird in kontrollierten Umgebungen gefertigt, erhält das im Prozessverlauf eingesetzte Verpackungsmaterial einen übergeordneten Stellenwert. Klassische Verpackungen dienen im Wesentlichen dem Schutz während des Transports, der weiteren Verteilung sowie der späteren Lagerung. Für hygienesensible Produktionsbereiche müssen jedoch wesentlich weitergehende Punkte Beachtung finden. Im Fokus stehen dabei Materialien, die aufgrund ihrer Oberflächenbeschaffenheit in der Lage sind, Kontaminationen weitgehend zu unterbinden.

    Einsatz in sensiblen Fertigungen

    Produktverpackungen aus hygienesensiblen Produktionsbereichen wie etwa der Medizin- und Pharmatechnik, Automobil- und Lebensmittelindustrie, Chipproduktion sowie Elektronik und weiteren Fertigungsbereichen sind darauf angewiesen, vielfältigsten Kontaminationsrisiken standzuhalten. Die VDI Richtlinie 2083 Blatt 9.2. regelt unter dem Kapitel „Reinraumtechnik Verbrauchsmaterialien im Reinraum“ die diesbezüglichen Anforderungen. Das Regelwerk dient zudem als praxisbezogener Leitfaden zur Beurteilung von Verbrauchsmaterialien und Verpackungsmaterialien. Damit wird die Arbeit der Praktiker im Reinraum hinsichtlich der Auswahl von Material wesentlich erleichtert.

    Kunststoffverpackungen in vielen Variationen

    Verpackungen aus Kunststoff zählen in der Fertigung unter sterilen Bedingungen sowie den Anforderungen der GMP inzwischen zu den gebräuchlichsten Verpackungsmaterialien. Selbstverständlich darf sämtliches, hier zum Einsatz kommende Verpackungsmaterial keinesfalls das in einem ISO 14644- Reinraum geforderte Qualitätsniveau unterschreiten.

    Zu den gängigen Verpackungsarten zählen unter anderem:

    • Beutel und Schlauchfolien
    • Taschen und Zuschnitte
    • Druckverschlussbeutel aus Kunststoff
    • Spezielle Paletten aus Kunststoff

    Ob Bauteile, Zwischenprodukte, einzelne Kleinstteile oder Endprodukte: Aufgrund der sensiblen Anforderungen werden Verpackungen für solche Produkte als Primärpackmittel bezeichnet. Die Bezeichnung steht für höchste Anforderungen an das Verpackungsmaterial zwecks Vermeidung jeglicher Kontaminationen mit Partikeln, Schmutzeinträgen und/oder Keimen. Auf den Nenner gebracht bedeutet dies: Das komplette, in Reinräumen eingesetzte Material muss genau den gleichen Reinheitsgeboten entsprechen, die auch für die Produktionsherstellung im Reinraum angelegt sind.

     (Foto: OKrasyuk/istockphoto.com)

    Folienschläuche und Beutel aus Kunststoff zählen zu den gängigen Verpackungsmaterialien im Reinraum.
    (Foto: OKrasyuk/istockphoto.com)

    Kunststoffpaletten bieten ideale Oberflächen

    Als besonders geeignetes Verpackungsmaterial erweisen sich u.a. auch Paletten aus Kunststoff. Diese verfügen über geschlossene Oberflächen, die sich sehr leicht reinigen lassen. Daneben hält dieses Material extremen Temperaturbedingungen bei Kälte sowie großen Hitzeeinflüssen stand. Da diese Paletten über keinerlei Hohl- und Toträume verfügen, können sich weder Schimmel, noch Keime und/oder Bakterien ansiedeln bzw. vermehren. Um hinsichtlich des Materialeinkaufs auf der sicheren Seite zu sein, sollten Anwender darauf achten, dass jegliches Verpackungsmaterial aus Kunststoff, welches in Reinräumen zum Einsatz kommt, den Anforderungen der jeweils relevanten Regelwerke entspricht. Hierzu zählen folgende Leitfäden:

    • Reinraumtechnik DIN 14644, DIN 14698, VDI 2083
    • EG-Leitfaden der „Guten Herstellungspraxis“ (DIN 15378, DIN 15593, DIN 11607, DIN 11137, DIN 11737)
    • EU Pharmacopoe (USP / FDA 21 CFR)

    Zu den unverzichtbaren Kriterien bei der Auswahl von Kunststoffverpackungen zählen zudem die genutzten Rohstoffe. Grundlage hierfür ist die VDI-Richtlinie 2017 „Medical-grade Plastics“. Hier wird auch auf die Wichtigkeit der gesamten Lieferkette hingewiesen, vom Hersteller über den Verarbeiter bis zum Verbraucher bzw. Anwender von Kunststoffverpackungen für Reinräume.

     

    Verweise:

    Interview: Verpackungen in der Technischen Sauberkeit
    Zunehmende Automatisierung im Reinraum
    Technische Sauberkeit im Bereich der Kunststoffverarbeitung in der Automobilindustrie
    Technische Sauberkeit in der Montage
    Sauberfertigung – Personal im Fokus
    Sauberraum – Auswahl der Sauberkeitsstufe
    Partikel – Beherrschung und Minimierung
    Abriebfestigkeit von Reinraumbekleidung
    Elektrostatisches Verhalten von Reinraumbekleidung
    VDA 19 Teil 2 – Technische Sauberkeit in der Montage

     
     

     


    Verfasst von Ursula Pidun

    Zu diesem Artikel gibt es Noch keine Kommentare. Kommentar verfassen »

    Veröffentlicht in Technische Sauberkeit

    Schlagwörter, , , , , , ,


    « »

    Both comments and pings are currently closed.

    Comments are closed.


    Online Magazin Konzept und Realisierung kreateam & wolf informationsdesign