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  • 04. Januar 2019

    Hygienesensible Erfordernisse der IT-Infrastruktur im Reinraum

    Prozessgesteuerte HMI-Anlagen und Tablets herkömmlicher Art lassen sich nicht so ohne Weiteres in den Reinraum integrieren. Daher rückt in Branchen mit sauberkeitsrelevanten Kriterien auch die IT-Infrastruktur in den Fokus. Auch hier spielen glatte Oberflächen, die Vermeidung von Toträumen und weitere Störeinflüsse eine maßgebliche Rolle, um die erforderlichen Reinheitsstandards penibel einzuhalten.

    IT-Infrastruktur

    Auch HMI-Geräte, Remote-PCs und Tablets müssen den hohen Hygienestandards im Reinraum standhalten.
    (Foto: rame435/Clipdealer.de)

    Erfordernisse, die den Einsatz von Komponenten und Systemen in Reinräumen ermöglichen, sind in speziellen Richtlinien festgelegt. So etwa im Rahmen der Norm ISO 14644-1 oder dem GMP-Leitfaden mit europaweiter Gültigkeit sowie der VDI-Richtlinie 2038 speziell für Deutschland. Die Einhaltung der geforderten Reinraumkriterien betrifft selbstverständlich auch die komplette IT-Infrastruktur, die je nach Anspruch mit mehr oder weniger großem Aufwand in die hygienische bzw. partikelarme Umgebungsstruktur des Reinraums integriert wird.

    Kontamination mit Keimen und Partikeln

    Ob komplexe und aufwändige HMI-Anlagen, spezielle Monitore oder kleine Tablets: Alle zum Einsatz kommenden IT-Geräte müssen zwingend über leicht zu reinigende Oberflächen ohne Toträume verfügen. Lassen sich beispielsweise Flächen der Geräte nur sehr schwer reinigen, bilden sich schnell Schmutzansammlungen, die zu großen und kostenintensiven Störeinflüssen im Reinraum führen. In Branchen wie etwa der Medizin-, Pharma- und Lebensmitteltechnik können sich zudem Mikroorganismen und Produktreste festsetzen, die gefährliche Kontaminationen durch Keime und Fremdpartikel nach sich ziehen. Ebenso bilden Abriebpartikel eine Gefahr, wenn sie durch mechanische Einflüsse und Hebelwirkungen an das zu fertigende Produkt gelangen.

    Glatte Oberflächen und Edelstahlmaterialien

    Aus diesem Grund werden IT-Geräte mit speziellen Verkleidungen versehen. Diese sind besonders glatt, hermetisch verschlossen und häufig aus hochwertigem Edelstahl gefertigt. Die oftmals mit HMI-Systemen ausgestattete IT-Infrastruktur im Reinraum wird in einer Vielzahl an Ausführungen angeboten. Bei dieser Technologie handelt es sich um intelligente IT-Systeme, die in der Lage sind, mit Produktionsmaschinen zu kommunizieren, sie fortlaufend zu überwachen und zu bedienen und – sofern erforderlich – sogar einzugreifen.

    Die Systeme sind beispielsweise als kompakte Operator Interfaces und Remote-PCs sowie großformatige Panel-PCs mit bedienbaren Remote-Stationen erhältlich, die u.a. eine Anzeige in Full-HD und im 16:9 Format bieten. Diese Geräte sind nicht nur oberflächengschützt, sondern auch für den Einsatz in Bereichen mit Explosionsgefahren unterschiedlicher Zonen geeignet. Spezielle Schutzgehäuse schirmen hier von der Umgebungsatmosphäre ab und auch Partikel können nicht austreten. Folien aus Polyester und Edelstahl bieten zudem leicht zu reinigen Oberflächen, die auch scharfen Lösungs- und Reinigungsmitteln sowie hartem Wasserstrahl standhalten.

    HMI-Geräte und Remote-PCs im Reinraum

    IT-Infrastruktur im Reinraum: frei von Toträumen und mit glatten Oberflächen versehen.
    (Foto: waiheng/Clipdealer.de)

    Reinraumkategorien spielen maßgebliche Rolle

    Relevanz hat zudem die jeweilige Reinraumkategorie, in welche die erforderliche IT-Infrastruktur eingebettet wird. Je höher diese Kategorie liegt, umso erforderlicher kann es werden, die Systeme fest in der Wand zu verbauen. Damit lässt sich sicherstellen, dass sich keine Partikel an den Geräten ablagern und Luftströme nicht negativ beeinflusst werden. Für kleinere Reinräume mit nicht ganz so hohen und komplexen Aufgaben bietet sich ggf. auch der Einsatz von Tablets an. Doch wann ist das sinnvoll und unter welchen Bedingungen ist eher davon abzuraten?

    Die Faustregel hier lautet: Je umfassender Eingaben getätigt werden müssen und je länger der Einsatz eines IT-Gerätes geplant wird, desto eher sollte die Wahl auf größere HMI-Systeme und Displays fallen. Müssen hingegen nur wenige Angaben oder Bestätigungen über einen kurz- bis mittelfristigen Zeitraum an einzelnen Prozessabläufen eingegeben werden, kann der Einsatz eines Tablets die richtige Entscheidung sein. Sofern die Nutzung von Tablets sinnvoll erscheint und sich ein solcher Einsatz auch betriebswirtschaftlich rechnet, gewinnen allerdings ergonomische Aspekte an Gewicht und es muss auch an hygienisch reine Ablageflächen sowie Ladestationen für das Gerät gedacht werden.

    Einsatz von Tablets gut abwägen

    Damit den hohen hygienischen Anforderungen an das Tablet plus Zubehör Rechnung getragen wird, ist die Anschaffung eines speziell für Reinräume konzipierten Geräts unumgänglich. Ein solches Gerät verfügt über ein hochwertiges Gehäuse aus Edelstahl und wird explizit für den Gebrauch in Reinräumen der Klassen B, C und D konzipiert.

    Auch hier haben Reinigungsaspekte eine hohe Relevanz. Herkömmliche Tablets verfügen oftmals über Kunststoffgehäuse mit zahlreichen Fugen, Vertiefungen und Toträumen. Verschmutzungen dringen so leicht ein und komplette Abwasch- und Sprühdesinfektionen lassen sich nicht durchführen. Zudem rauen die Oberflächen nach der Behandlung mit aggressiven Desinfektionsmitteln stark auf. Kosteneffiziente, gründliche und sichere Reinigungen lassen sich somit ausschließlich mit speziell für den Reinraum entwickelten Tablets realisieren, die sich dann jedoch schnell und und überaus flexibel in den täglichen Reinraumbetrieb einbinden lassen.

    Verweise:
    DASTEX bietet ganzheitliche Schleusenkonzepte
    Reinraumschleusen – optimale Verbindungen zwischen Reinraumklassen
    Zukunft Reinraumbekleidung – Interview mit Carsten Moschner/DASTEX
    Sauberkeit und Reinraum – Produktpräsentation mittels Virtual Realty (VR
    Reinraumschleuse für das Personal
    Sauberraum – Auswahl der Sauberkeitsstufe
    Reinraumbekleidung in voller Pracht


    Verfasst von Ursula Pidun

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