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  • 24. Februar 2019

    HANS J. MICHAEL GmbH:„Die Wachstumschancen in der Reinraumbranche liegen weiterhin gut“

    Das Unternehmen HANS J. MICHAEL GmbH besteht bereits seit 1986 und ist auf den Vertrieb von qualitativ hochwertigen Verbrauchsmaterialien für Reinräume spezialisiert. Welche Produkte tragen maßgeblich zum sicheren Betrieb bei und gab es Entwicklungssprünge in den zurückliegenden Jahrzehnten im Bereich Reinraumzubehör? Nachgefragt! Im Gespräch mit Gudrun Gaiser, Geschäftsführerin Hans J. Michael (HJM).

    Die Auswahl geeigneter Reinraummaterialien erfordert kompetente Beratung.
    Die Auswahl geeigneter Reinraummaterialien erfordert kompetente Beratung.
    (Foto: leezsnow/istockphoto.com)

    In hygienesensiblen und reinheitsrelevanten Produktionsbereichen vieler Branchen wie etwa der Halbleiterindustrie, Raumfahrttechnologie und Medizintechnik, Pharmazie sowie der Automobil- und Lebensmittelindustrie kommen spezielle Reinraumprodukte zur Anwendung. Nur so lassen sich Keimaufkommen, Anzahl luftgetragener Teilchen in der Umgebung sowie unerwünschte Partikel und Schmutzeinträge so gering wie möglich halten. Wie stark wächst die Branche, welche neuen Produkte bietet der Markt und worauf ist beim Kauf unbedingt zu achten? Nachgefragt! Im Gespräch mit Gudrun Gaiser, Geschäftsführerin von HJM.

    Frau Gaiser, das Unternehmen Hans J. Michael (HJM) behauptet sich bereits seit 1986 am Markt. Wie sehr haben sich Angebot und Nachfrage im Bereich Verbrauchsmaterial für Reinräume in den vergangenen Jahren verändert?

    Overall mit Haube und Mundschutz.
    (Foto: HJM)

    Das Unternehmen wurde 1986 von Herrn Michael gegründet. Der Schwerpunkt lag damals im Bereich Technologie, welcher auf den Vertrieb von Produkten für die Herstellung von Leiterplatten spezialisiert war. Dies waren unter anderem Karbonpasten, Lötstopplacke und Korrosionsschutzmittel. Die Abteilung Reinraum steckte noch in den Kinderschuhen – die Miniaturisierung von Leiterplatten und die
    Entwicklung neuer Technologien hatte gerade erst begonnen.

    Nach dem Tod von Herrn Michael im Jahre 2002 übernahm ich die Geschäftsführung und verlagerte das Hauptaugenmerk auf den Vertrieb von Reinraumprodukten, denn die Entwicklung von neuen Technologien erfordert zunehmend die Fertigung unter reinen Bedingungen. Seither arbeiten wir ständig daran, unser Portfolio an die aktuellen Bedürfnisse und Entwicklungen anzupassen.

    Das Angebot an Reinraumprodukten ist sehr weitreichend. Schließlich betrifft „Reinheit“ praktisch jedes auch noch so kleinste Zubehörteilchen, das sich in sensiblen Fertigungsbereichen befindet. Wie viele Produkte führen Sie in Ihrem Sortiment und was ist unter „Reinheit“ zu verstehen?

    Momentan haben wir im Bereich Reinraum knapp 1000 Artikel, die wir vorrätig führen. Man muss bedenken, dass Reinräume in verschiedene Klassen eingestuft werden und jede Klasse eigene Reinheitsanforderungen hat bzw. den Einsatz spezieller Verbrauchsmaterialien erfordert.

    Die Frage nach der Reinheit hängt vom jeweiligen Arbeitsbereich ab. So hat z.B. in der Pharmazie das Vorhandensein und die Vermehrung von Mikroorganismen verheerende Folgen. In der Hochtechnologie-Fertigung dagegen kommt es auf Fusselfreiheit der Materialien sowie die Rückhaltung von Hautschuppen und Haaren der Mitarbeiter an. Schon kleinste Teilchen auf feinen Leiterbahnen oder Sensoren können zu Produktionsausfällen führen. Reinheit, auf unsere Produkte bezogen bedeutet, dass unsere Lieferanten die Verbrauchsmaterialien unter Reinraumbedingungen herstellen, die auf die Partikelgröße und Anzahl getestet werden und somit einer Reinheitsklasse zugeordnet werden können. Bei Handschuhen und z.B. Reinigungstüchern kann man die Partikelreinheit durch mehrmaliges Waschen beeinflussen.

    Klick auf Bilder zeigt Vergrößerung! (Alle Fotos: HJM)

    Worauf sollten Kunden beim Kauf von Reinraumzubehör ganz besonders achten?

    Beim Kauf des entsprechenden Reinraumzubehörs ist vor allem darauf zu achten, dass die Artikel für die gewünschten Reinraumklassen geeignet sind. Die Reinheitsklassen lassen sich in ISO 1 – ISO 8 (wobei die kleinste Zahl die geringste Anzahl an zulässigen Partikeln bedeutet) bzw. GMP A/B (steril), C und D unterscheiden. Unsere Mitarbeiter stehen den Kunden beratend zur Seite und sprechen Empfehlungen für die gesuchten Produkte aus. Hierfür gilt, je mehr Einzelheiten zu dem gesuchten Produkt bekannt sind, wie z.B. für welche Arbeit wird das Produkt eingesetzt oder mit welchen Materialien gearbeitet wird, helfen bei der Auswahl.

    Das größte Problem für Rein- und Reinsträume liegt in der Gefahr von Schmutz- und Partikeleinträgen, aber auch gefährlicher Keime. Welche Rolle spielt hier spezielle Reinraumbekleidung?

    In allen Produktionsbereichen, in denen das Produkt vor Partikeln geschützt werden muss, ist der Mensch die größte Quelle für Verunreinigungen. Jede Minute verliert der Mensch eine Vielzahl an Haaren und Hautschuppen sowie Abriebpartikel seiner Kleidung. Diese können zu Produktionsfehlern oder im schlimmsten Fall zu Produktionsausfällen führen.

    Wichtig für die Auswahl der geeigneten Reinraumbekleidung ist der Stoff aus dem diese hergestellt werden (Faser, Gewebestruktur, Porengröße etc.), wie oft diese Bekleidung getragen wird und ob sie gewaschen werden soll. Nicht jeder Reinraum ist gleich, so muss z.B. im medizinischen Bereich die Bekleidung GMP gerecht sein. Bei den Mitarbeitern muss ein Bewusstsein geschaffen werden sich im Reinraum entsprechend zu verhalten und zu bewegen.

    Klick auf Bilder zeigt Vergrößerung! (Alle Fotos: HJM)

    Für welche Bereiche eignet sich Mehrwegbekleidung besonders und in welchen Fällen geht Ihre Empfehlung eher in Richtung Einwegbekleidung?

    Die Reinraumbekleidung ist ein sehr umfangreiches Thema mit keiner pauschalen Antwort. In Industriezweigen, in denen keine GMP Vorschriften gelten kann normale Einwegbekleidung und Mehrwegbekleidung eingesetzt werden. Die Entscheidung ob Ein- oder Mehrweg hängt von den Belangen des Kunden ab, wie z.B. welche Reinraumklasse besitzt der Reinraum, wie lange wird im Reinraum gearbeitet, wie viele Personen arbeiten im Reinraum, wie oft wird der Reinraum verlassen bzw. wieder betreten etc. Es gibt eine Menge von Möglichkeiten die eine Entscheidung ob Einweg- oder Mehrwegbekleidung beeinflussen. Auch die Kosten spielen bei der Entscheidung eine Rolle. Mehrwegbekleidung muss in einer speziellen Reinraumreinigung dekontaminiert werden. Der Begriff Nachhaltigkeit ist ebenfalls ein Thema: Einwegbekleidung muss entsorgt werden – Mehrwegbekleidung muss erst nach vielen Waschzyklen ausgetauscht werden.

    Im GMP Bereich muss zwingend sterile Ein- oder Mehrwegbekleidung eingesetzt werden. Auch in diesem Bereich ist die Entscheidung abhängig davon, welche Produkte in den Reinräumen gefertigt werden und welche Anforderungen gegeben sind. Wichtig ist, dass die sterile Mehrweg-Bekleidung in einer zertifizierten Reinraumwäscherei in einem ISO 4/5 Reinraum dekontaminiert, gefaltet und doppelt verpackt wird. Ebenfalls sollte vereinbart werden, ob die Bekleidung vor der Verpackung bzw. Dekontaminierung auf Schäden überprüft werden soll. Über die Sterilisation muss gemäß der geforderten Normen ein Sterilisierungszertifikat mit Angabe der Sterilisierungsart (Zeit u. Temperatur) ausgestellt werden.

    Steriler Einwegbekleidung muss ebenfalls ein Sterilisierungszertifikat beigefügt sein. Verschiedene Tests haben ergeben, dass sterile Einwegbekleidung eine höhere Bakterien- und Partikel-Filtrationseffizienz besitzen. Bei steriler Mehrwegbekleidung schwankt diese über die Lebensdauer der Bekleidung. Immer mehr Beachtung findet der zusätzliche Einsatz von Reinraum-Zwischenbekleidung. Das Kontaminationsrisiko kann mit einer Zwischenbekleidung erheblich gesenkt werden. Sie sehen, das Thema Bekleidung ist sehr umfangreich.

    Große Auswahl an Handschuhen für den Reinraum
    Spezielle Hndschuhe für Rein-, Reinst- und Sauberräume (Foto HJM)
    Einweg-Überschuhe für Rein- und Sauberräume
    Einweg-Überschuhe für Rein- und Sauberräume (Foto: HJM)

    Verunreinigungen führen schlimmstenfalls zum kostspieligen Produktionsstillstand und damit zu Umsatzeinbußen. Um dementsprechend maßgeblich gegenzusteuern, sollten alle in hygienesensiblen Bereichen verwendeten Produkte über bestimmte Eigenschaften verfügen. Welche zählen hierzu?

    Wie schon vorher erwähnt ist es wichtig, dass die Produkte die im GMP Bereich eingesetzt werden die entsprechenden Standards erfüllen. Es ist darauf zu achten, dass die Produkte doppelt verpackt sind und ein Sterilisierungszertifikat besitzen. Auch sollte man über Personal mit den erforderlichen Qualifikationen und praktischen Erfahrungen verfügen.

    Ein an die Erfordernisse des Betriebes angepasstes Hygieneprogramm sollte erstellt werden. Wichtig ist auch die Überwachung und Kontrolle der Umgebungsbedingungen bei der Herstellung inkl. Protokollierung bzw. Dokumentation.

    Beratung hat für Planer und Praktiker im Bereich Rein- und Reinsträume einen hohen Stellenwert. Was können Kunden diesbezüglich von Ihrem Unternehmen erwarten?

    Durch unsere jahrelange Erfahrung können wir unsere Kunden professionell und umfangreich beraten. Wir helfen unseren Kunden mit unseren Produkten den Qualitätsprozess zu optimieren. Auf Kundenwunsch erstellen wir vor Ort eine Bedarfsanalyse.

    Ihr Unternehmen ist auch der richtige Ansprechpartner, wenn es darum geht, einen neu eingerichteten Reinraum komplett mit Reinraumzubehör auszustatten?

    Was das Verbrauchsmaterial betrifft auf jeden Fall. Kostenlose Bemusterung für Testzwecke ist selbstverständlich. Partikelzähler, Reinraum geeignete Stühle und Staubsauger sowie verschiedene Dispenser für die Aufbewahrung und einfache Entnahme der Produkte komplettieren unser Lieferprogramm. Für Sonderwünsche haben wir stets ein offenes Ohr.

    Partikelzähler geben Auskunft über den Verunreinigungs-Status.
    Partikelzähler geben Hinweise zum aktuellen Verunreinigungs-Status (Foto: HJM)

    Welche Produkte sind ganz neu am Markt und wie lassen sich große Preisunterschiede erklären, durchaus zu beobachten sind?

    Im Bereich Verbrauchsmaterialien gibt es keine nennenswerten Veränderungen bzw. Produktneuheiten. Preisunterschiede am Markt können verschiedene Ursachen haben, wie z. B. Kursentwicklung, Rohstoffentwicklung, Lagerhaltung, Frachtkosten etc. Preisunterschiede auf dem Markt sind manchmal auch Herstellergesteuert. Bei Preisunterschieden sollte stets genau geprüft werden, ob es sich wirklich um identische Produkte handelt. Ein Materialunterschied sowie die für das Produkt empfohlene Reinraumklasse können schon zu einer Preisdifferenz führen.

    Wie bewerten Sie die weiteren Wachstumschancen Ihrer Branche und was wünschen Sie sich für die Zukunft, auch in Hinblick auf noch mehr Sensibilität für das so wichtige Thema: Produktion und Fertigung unter reinen Kautelen?

    Ich denke, die Wachstumschancen in der Reinraumbranche liegen weiterhin gut. Durch immer höhere Anforderungen wird vielen Zulieferern die Produktion unter Reinraumbedingungen vorgeschrieben. Die Räumlichkeiten und Ausrüstung sollten so geplant werden, dass diese für die verschiedenen Arbeitsprozesse geeignet sind. Das Personal sollte entsprechend geschult und sensibilisiert werden.

    Für die Zukunft wünsche ich mir, dass unser Unternehmen immer den aktuellen Anforderungen gerecht wird und wir weiterhin unsere Kunden bei Ihren Herstellungsprozessen mit unseren Produkten unterstützen können.

    (Das Interview führte Ursula Pidun)

    Verweise:

    Stellenwert von Reinraumzubehör oftmals unterschätzt
    DASTEX bietet ganzheitliche Schleusenkonzepte
    Reinraumschleusen – optimale Verbindungen zwischen Reinraumklassen
    Zukunft Reinraumbekleidung – Interview mit Carsten Moschner/DASTEX
    Sauberkeit und Reinraum – Produktpräsentation mittels Virtual Realty (VR
    Reinraumschleuse für das Personal
    Sauberraum – Auswahl der Sauberkeitsstufe
    Reinraumbekleidung in voller Pracht


    Verfasst von Ursula Pidun

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