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  • 01. Dezember 2011

    Fraunhofer IPA – Zehn Jahre Technische Sauberkeit Interview mit Dr.-Ing. Dipl.-Phys. Markus Rochowicz

    Die Automobil- und Zuliefererbranche blickt auf zehn Jahre Technische Sauberkeit zurück und mit ihr das Fraunhofer Institut für Produkttechnik und Automatisierung (IPA). Das renommierte Institut ist innerhalb der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Bereich Technische Sauberkeit höchst engagiert und in Hinblick auf eine umfassende Zusammenarbeit und Beratungstätigkeit in der Branche weitreichend involviert. Wir haben nachgefragt.

    Fraunhofer IPA auf der parts2clean

    Das Fraunhofer IPA war auch in diesem Jahr auf der parts2clean präsent (Foto: parts2clean)

    Das beträchtliche Leistungsspektrum des IPA wurde auch in diesem Jahr auf der Fachmesse parts2clean in Stuttgart präsentiert. Dipl.-Ing. (FH) Stefan Oberhauser, Herausgeber des Magazins Sauberkeit & Reinraum hatte auf der Messe Gelegenheit, mit dem Gruppenleiter Kontaminationskontrolle Abteilung Reinst- und Mikroproduktion Dr.-Ing. Dipl.-Phys. Markus Rochowicz vom Fraunhofer IPA über zehn Jahre Technische Sauberkeit und deren Bedeutung für die Branche zu sprechen (Video weiter unten). Das Gespräch offenbart interessante Rückblicke, spannende Ausblicke und informative Aspekte zur Zukunft der Technischen Sauberkeit.

    Technische Sauberkeit – Geburtsstunde des Begriffs

    Dr.-Ing. Dipl.-Phys. Markus Rochowicz

    Im Gespräch mit Dr.-Ing. Dipl.-Phys. Markus Rochowicz, Fraunhofer IPA (Foto: Fraunhofer IPA)

    So berichtet der Experte von der Geburtsstunde des Begriffs „Technische Sauberkeit“, der erstmals in der Branche wohl Anfang 1990 aufgetreten ist. Versagen aufgrund von Einflüssen sei zwar schon ein sehr altes Problem. Doch erst die starke Verbreitung der ABS-Systeme mit damit einhergehenden Partikelverunreinigungen nannte das Problem explizit beim Namen, erläutert Rochowicz.

    Von einer „großen Restschmutzwelle“ sei demnach ab Ende der 1990er Jahre zu sprechen. Damals kam es zu einem beträchtlichen Boom im Bereich der Diesel-Direkteinspritzsysteme, da nun plötzlich Einspritzdrücke bis über 1000 bar bis 2000 bar realisiert wurden. Eine Vielzahl an Unternehmen war betroffen. Dies hatte zur Folge, dass erste scharfe Abgrenzungen mittels spezieller Grenzwerte definiert wurden.

    Industrieverbund
    „Technische Sauberkeit“

    2001 bildete die Branche den Industrieverbund „Technische Sauberkeit“ mit dem ambitionierten Ziel, einen Standard zu schaffen. Dieser sollte Technische Sauberkeit und damit also den Restschmutz bei Bauteilen messtechnisch erfassen. Doch noch vor der Gründung des Verbundes regte die Automobilindustrie an, die Problematik anders zu benennen. Begründet wurde dies mit der negativen Besetzung des Begriffs „Restschmutz“, der auf Problematiken hinsichtlich der Qualität hinweist. Fachleute der Branche wollten mit derart negativ besetzten Begrifflichkeiten jedoch nicht antreten und suchten im Gegenteil nach einer positiv besetzten Aussage, welche die Sauberkeit zentral in den Fokus stellt. „Technische Sauberkeit“ setze sich schließlich im Sommer 2011 durch und bildet damit den Anlass für das diesjährige Jubiläum.

    Meilensteine in der zehnjährigen Entwicklung

    Beim Thema Meilensteine, die den Bereich Technische Sauberkeit seit zehn Jahren begleiten, weist Rochowicz auf die Normung und damit auf das Erscheinen des VDA 19 als bedeutenden Schritt hin. Die Publikation befasst sich insbesondere mit prüftechnischen Komplexen innerhalb der Technischen Sauberkeit. Erschienen ist die Publikation im Jahr 2004. Damit stand der Branche erstmals ein umfassendes Regelwerk zur Verfügung in Hinblick auf die Frage, wie gemessen werden kann. Ebenso bekam die ISO 16232 als weiterer wichtiger Schritt große Relevanz. Sie erschien im Jahr 2007 und zeichnet sich dadurch aus, dass sie die ähnlichen Inhalte der gleichen Thematik auf internationaler Basis normt. Rochowicz erklärt, dass es bestens gelungen sei, zwei absolut „kompatible Regelwerke mit VDA 19 und ISO 16232“ zu schaffen. Dass dies so perfekt gelingen konnte, sei auch dem deutschen Spiegelausschuss zu verdanken, der maßgeblich an der ISO-Norm beteiligt war und über Experten verfügte, die bereits am VDA 19 mitgearbeitet haben.

    Technische Sauberkeit – VDA 19 Teil 2

    Als nächsten wichtigen Schritt bezeichnet Rochowicz das Erscheinen des VDA 19 Teil 2 im Jahr 2010 und verweist darauf, dass es sich dabei nicht etwa um eine Ergänzung oder um eine Neuauflage der Publikation VDA 19 handelt sondern als ein eigenständiges Werk zu verstehen ist. In dieser Publikation steht im Vergleich zum VDA 19 weniger die messtechnische Sauberkeit im Vordergrund. VDA 19 Teil 2 befasst sich vielmehr mit der Produktion und somit mit der Umsetzung von Maßnahmen innerhalb der Fertigung. Dabei verstehe sich das Buch nicht als Normgeber oder Standard sondern eher als Leitlinie und als eine Art Schulbuch für Planer einer Technischen Sauberkeit. Rochowicz untermauert Bedeutung und Dimension durch eindrucksvolle Zahlen. So wurden in den letzten zehn Jahren etwa 1000 automatisierte Mikroskope zur Partikelanalyse und etwa 700 Kabinette zur Spritzextraktion von Bauteilen verkauft. Dies lässt den Schluss zu, dass es mittlerweile etwa 800 Labore gibt, die sich mit Technischer Sauberkeitsprüfung beschäftigen. Weltweit wird die Anzahl auf etwa 40 Dienstleister geschätzt. Wird diese Anzahl mit der Zahl der bestehenden Laboratorien verglichen, so lässt sich in etwa abschätzen, dass etwa fünf- maximal jedoch zehn Prozent aller Restschmutzprüfungen heutzutage von Dienstleistern übernommen werden, rechnet Rochowicz vor. Weit über 90 Prozent der Analysen werden demzufolge in den Laboratorien der Automobil- und Zuliefererbetriebe durchgeführt.

     

    Verweise:

    Der reinste Reinraum der Welt
    Reinster Reinraum – Interview mit Dipl.-Biol. Markus Keller
    Technische Sauberkeit – INTERVIEW mit Dipl.-Ing. Hans Illig (Teil 1)
    Interview mit Dipl.-Ing. Hans Illig (Teil 2)
    CO2-Schneestrahltechnik – Interview mit Dipl.-Ing. Hans-Jörg Wössner


    Verfasst von Ursula Pidun

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    Veröffentlicht in Technische Sauberkeit, Interview

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