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  • 01. Dezember 2011

    Fraunhofer IPA – 10 Jahre Technische Sauberkeit (2)

    Im zweiten Teil des Interviews mit Dr.-Ing. Dipl.-Phys. Markus Rochowicz geht es um Zukunftspläne des Fraunhofer Institut für Produkttechnik und Automatisierung (IPA) in Hinblick auf die Technische Sauberkeit. Der Gruppenleiter Kontaminationskontrolle Abteilung Reinst- und Mikroproduktion Fraunhofer Institut Produktionstechnik und Automatisierung spricht über die Fortentwicklung der Dienstleistungsanalysen und dem Schulungsbereich, der ausgeweitet werden soll. Schwerpunkt bleibt die Beratung der Firmen sowie Forschung und Entwicklung.

    Im Gespräch mit Dr.-Ing. Dipl.-Phys. Markus Rochowicz

    Im Gespräch mit Dr.-Ing. Dipl.-Phys. Markus Rochowicz, Fraunhofer IPA (Foto: Fraunhofer IPA)

    Hinsichtlich der Pläne für die Zukunft der Technischen Sauberkeit kündigt der Experte viele Themen an, die aktiv vom Fraunhofer Institut für Produkttechnik und Automatisierung in Angriff genommen werden. So wird das hauseigene Labor auch künftig für Dienstleistungsanalysen genutzt. Der Kontakt zum Kunden steht dabei im Mittelpunkt.

    Das IPA will weiterhin aufmerksam verfolgen, wo die Probleme liegen und entsprechende Kriterien in die weitere Arbeit einfließen lassen. Im umfangreich ausgestatteten Labor kann – besonders in Hinblick Extraktionstechnik – von sehr kleinen bis zu sehr großen Teilen praktisch alles geprüft werden. Gleiches gilt für den Bereich Materialanalytik mittels Rasterelektronenmikroskop und EDX-Analysen sowie der Rahmen- Spektrometrie, innerhalb derer die IPA bestens aufgestellt ist.

    Technische Sauberkeit –
    Ausweitungen der Schulungen

    Besondere Aufmerksamkeit genießt laut Rochowicz der Bereich der Schulungen. Bereits in der Vergangenheit war das IPA hier äußerst aktiv und auch in der Zukunft wird sich das intensive Engagement fortsetzen. Der Experte verweist auf das erfolgreiche Basisseminar zur Einführung in die Technische Sauberkeit nach VDA 19. Bereits über 30 Mal wurde dieses Seminar in den vergangenen sechs Jahren angeboten. Künftig soll es erweitert und in Kooperation mit dem VDA als zweitägige Schulung durchgeführt werden. Das Seminar schließt mit einer Prüfung zur Technischen Sauberkeit ab. Die Teilnehmer erwerben ein offizielles Zertifikat vom VAA Ulm und können damit – auch im Sinne eines Mehrwerts – die erworbene Kompetenzen nachweisen. Hinzu kommen ab 20120 aber auch Schulungen zum VDA 19 Teil 2 für Berater der Technischen Sauberkeit. Die Fraunhofer IPA steht diesbezüglich bereits in Gesprächen mit dem VDA.

    Beratung der Firmen zur Technischen Sauberkeit

    Ein weiterer Schwerpunkt künftiger Aktivitäten liegt im Bereich der Beratungen bei den Firmen intern bei den jeweiligen Planungen sowie bei der Optimierung von sauberkeitsgerechten Produktionen. Ob eintägige Schulungen und Beratungen oder Prozesskettenanalysen zu Beginn im Vorfeld bei der Planung von neuen Standorten – das Angebot der IPA richtet sich stets nach dem Bedarf. Schließlich verweist Rochowicz auch auf den Bereich Forschung und Entwicklung, dem sich das Fraunhofer IPA seit jeher aktiv widmet. Viele Ideen warten hier auf ihre Umsetzung, zugleich aber auch auf eine entsprechende Finanzierung. Da die gesamte Thematik und Problematik der Öffentlichkeit nicht sehr bekannt ist, lassen sich Forschungsgelder allerdings nur schwer einwerben.

    VDA und weitere Standardisierungen

    Zum Thema weitere Standardisierungen bezieht Rochowicz klar Position. Denn das Fraunhofer IPA will Interessenten keinesfalls einen Bedarf einreden. Zwei erfolgreiche Aktivitäten hinsichtlich der Standardisierung bedeutet nicht gleichzeitig, dass es unbedingt einen VDA 19 Teil 3 und später vielleicht noch die Teile 4 und 5 geben muss. Ein solches Prozedere mache weder Sinn noch wäre es redlich, führt Rochowicz aus. Wenn Kunden jedoch Bedarf signalisieren, dann wird das IPA selbstverständlich reagieren und sich den Problematiken zuwenden. Einen Bedarf könnte es beispielsweise im Bereich der filmischen Kontaminationen geben, da es hier keine einheitlichen Messverfahren gibt. Allerdings müssten die Fragen explizit an das IPA herangetragen werden, äußert der Experte mit Blick auf die Industrie.

    Herausforderungen für industrielle Betriebe

    Zur Frage künftiger Herausforderungen für industrielle Betriebe mit all ihrem Aufwand und den hohen Kosten spricht Rochowicz von der Notwendigkeit einer sinnvollen Nutzung. So sollte nicht nur der Kunde hinsichtlich der Einhaltung von Grenzwerten zufriedengestellt und die Ergebnisse ad acta gelegt werden, damit Ruhe einkehrt. Vielmehr sollten die wichtigen Informationen aus dem Fertigungsprozess und der Restschmutzprüfung wieder in die Fertigung zurückgespiegelt werden. Rochowicz benennt hierbei das Stichwort „Aufbau von Regelgrenzen“. Denn es kann hilfreich sein, zukünftig schnellere Analysen zu erhalten, etwa durch ein Reinigungsmonitoring. Für solche Aufgaben bedarf es seitens der Firmen allerdings auch der Bereitschaft, qualifiziertes Personal zu stellen, das sich intern bei den Firmen speziell dieser Aufgabenstellung widmet.

     

     

    Verweise:

    Der reinste Reinraum der Welt
    Reinster Reinraum – Interview mit Dipl.-Biol. Markus Keller
    Technische Sauberkeit – INTERVIEW mit Dipl.-Ing. Hans Illig (Teil 1)
    Interview mit Dipl.-Ing. Hans Illig (Teil 2)
    CO2-Schneestrahltechnik – Interview mit Dipl.-Ing. Hans-Jörg Wössner


    Verfasst von Ursula Pidun

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    Veröffentlicht in Technische Sauberkeit, Interview

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