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  • 24. November 2011

    Sauberraum trifft Reinraum – Sauberkeitsbereiche gemäß VDA19.2

    Die Klassifizierung nach IS0 14644 endet bei einer maximalen Partikelgröße von 5 µm VDI 2083. Berücksichtigung hinsichtlich qualitätsfordernder Wirkungsweisen müssen jedoch auch die Abgrenzungen gegenüber Bereichen und Produktionsabläufen finden, die weniger sauber sind.

    Sauberräume

    Abgrenzungen gegenüber weniger sauberen Bereichen sind notwendig (Foto: 4X-image - istockphoto.com)

    Ziel sauberkeitsrelevanter Umgebungen ist es, Verunreinigungsrisiken bei der Produktion empfindlicher Produkte wie etwa Bauteile zu minimieren. Jenseits spezieller Reinräume, die gemäß ISO 14664, VDI 2083 eindeutig klassifiziert sind, rücken auch räumliche Umgebungen in den Fokus, die in Hinblick auf sogenannte Sauberkeitsbereiche mit unterschiedlichen Sauberkeitsstufen zur Gestaltung und Organisation von Montageumgebung angeboten werden. Dies ist erforderlich, um dem weitreichenden Bereich der Sauberkeitsanforderungen der empfindlichen Komponenten in der Automobilindustrie gerecht zu werden.

    Sauberraum – Verunreinigungsrisiken gezielt minimieren

    Maßnahmen zur Sicherstellung der Sauberkeit innerhalb von Produktionen benötigen eine Konzentration speziell auf definierte räumliche Bereiche. Nur so lassen sich Verunreinigungsrisiken gezielt minimieren bzw. ausgrenzen. Hochempfindliche Produkte werden in Reinräumen gefertigt, damit Kontaminationen, Einschüsse und Verbreitungen kleinster Partikel und Mikroorganismen über die Raumluft weitgehend ausgeschlossen werden. Spezielle Reinräume werden nach sogenannten Reinraumklassen definiert. Diese Klassifizierung nach IS0 14644 endet jedoch bei einer maximalen Partikelgröße von 5 µm VDI 2083. Allerdings werden die Vorteile definierter räumlicher Umgebungen nicht allein über kontrollierte Luftumgebungen bestimmt. Berücksichtigung hinsichtlich qualitätsfordernder Wirkungsweisen finden daher auch die Abgrenzungen gegenüber Bereichen und Produktionsabläufen, die weniger sauber sind. Ebenso entscheidend sind gezielte Organisationsstrukturen des Materialflusses sowie der Nutzungsart des jeweiligen im Fokus stehenden Raumes.

    Sauberkeitsstufen – angepasste räumliche Umgebungen

    Um diesbezüglichen, ambitionierten Sauberkeitsanforderungen innerhalb von Automobil-Komponenten gerecht zu werden, bedarf es räumlicher Umgebungen, die angepasst werden und als sogenannte Sauberkeitsbereiche mit jeweils unterschiedlichen Sauberkeitsstufen für die Montageumgebung geschaffen werden. Dabei definieren spezielle Sauberkeitsstufen (SaS) die jeweilige räumliche Ausgestaltung und deklarieren Handlungsweisen und Regeln eines speziellen Sauberkeitsbereichs. Im „VDA Band 19 Teil 2“, Technische Sauberkeit in der Montage“ wird die Zielsetzung sauberkeitsrelevanter Bereiche auf den Punkt gebracht. Unter anderem heißt es dort:

    „Ein Sauberkeitsbereich stellt stets auch eine gezielt eingerichtete Installation zur Wertschöpfung dar, die eine gesonderte Sensibilisierung und Wahrnehmung der betreffenden Belegschaft, einschließlich Führungsebene, erfordert.“

    SaS – Vorbeugen und beherrschen von Verunreinigungen

    Im Wesentlichen geht es darum, dass die angesprochenen Sauberkeitsbereiche gezielt und unter Verwendung geeigneter Maßnahmen vor Einflüssen durch Verunreinigung „aus nicht regulierten Bereichen wie z. B. mechanischer Bearbeitung oder Wareneingang sowie natürlichen Umwelteinflüssen“ geschützt werden. Ziel ist es, das Auftreten luftgetragener Partikel zu minimieren bzw. zu beherrschen. Gleichzeitig kommt es zu vorbeugenden Maßnahmen, um Verunreinigungen und Verschleppungen weitgehend auszuschließen, die durch einen Transfer von Material und Personen entstehen können. Schließlich werden aber auch Festlegungen hinsichtlich der Materialien sowie entsprechender Verhaltensanordnungen für den jeweiligen Sauberkeitsbereich getroffen, um eine Freisetzung von Partikel sowie Verschleppungen auf sensible Produktionsteile soweit es geht einzudämmen. Parameter wie etwa Luftfeuchtigkeit und Temperatur werden idealerweise den jeweiligen Sauberkeitsbereichen angepasst und auch die Pflege und Säuberung der Räume haben Priorität.

    Sauberraum – Klassifizierung von Sauberkeitsbereichen

    Damit wird klar, dass ein Sauberkeitsbereich die angestrebte Sauberkeitsqualität von Bauteilen und Hilfsstoffen sowie der Zusammenbauten zuverlässig erhalten sollte. Einwirkungen von Schmutz müssen zudem vermieden und vor Ort anfallende Verunreinigungen abgewehrt und schließlich ebenfalls beseitigt werden. Dabei richtet sich die Ausgestaltung der jeweiligen Sauberkeitsbereiche nach den jeweils gestellten Ansprüchen und Erfordernissen. Im VDA Band 19 Teil 2 werden diese Zonen innerhalb der folgenden Sauberkeitsstufen im Sinne von Richtlinien definiert:

    Klassifizierung von Sauberkeitsbereichen:
    (Grafik laut Erhebung VDA Band 19 Teil 2, 3.1.1)

    Sauberkeitsstufen gemäß SaS

    Sauberkeitsstufen werden klar voneinander abgegrenzt

     

     

    Literatur:VDA19.2 – Qualitätsmanagement in der Automobilindustrie

    Verweise:

    VDA 19 Teil 2 – Technische Sauberkeit in der Montage

    Reinraum der Klasse 1 im INA der Uni Kassel – Interview mit Dr. rer. nat. habil. Martin Bartels
    Reinster Reinraum – Interview mit Dipl.-Biol. Markus Keller
    Der reinste Reinraum der Welt
    Reinraumtechnik -Interview mit Dr. Lothar Gail
    Interview mit Dipl.-Ing. Hans Illig


    Verfasst von Ursula Pidun

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