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  • 01. Juli 2011

    Reinraumbekleidung in voller Pracht

    Produkte, die unter reinraumtechnischen Bedingungen produziert werden, müssen vor einer Kontamination durch den Menschen geschützt werden. Die heutigen Reinraum- und Hygienemaßstäbe im Produktionsbereich von Unternehmen der Lebensmittelbranche, Kosmetik, Pharmazie, Automobilherstellung und anderen Unternehmenszweigen sind enorm gestiegen. Entsprechend hat sich ein ausgeprägter Angebotsmarkt etabliert, der mit einer breiten Auswahl an Reinraumbekleidung wirbt. Doch was genau lässt sich bei dieser, auf Funktionalität ausgerichteten Kleidung unter modern verstehen?

    Reinraumbekleidung im Einsatz

    Reinraumbekleidung - zwischen Mode und Funktion (Foto: Wacker Chemie AG)

    Modische Reinraumbekleidung

    Laufsteg-Qualitäten für den New Yorker Catwalk bietet Reinraumbekleidung natürlich nicht, wenngleich Hersteller dieser Berufsbekleidung durchaus auf optische Highlights, wie etwa gefällige Schnittgestaltungen und abgestimmte Farbkombinationen großen Wert legen. Das Wort Mode kommt aus dem Lateinischen „Modus“, was so viel wie ‚Maß‘, ‚Art‘ und ‚Gemessenes‘ bzw. ‚Erfasstes‘ heißt. Es bezeichnet im Grunde Kleidung, die innerhalb eines speziellen Zeitintervalls getragen wird, um dann in der Folge weiterer Entwicklungen durch neue, zeitgemäße Kleidung ersetzt zu werden.

    Genau dies trifft auch auf Reinraumbekleidung zu, die stets den neusten Anforderungen angepasst werden muss. Die herstellenden Unternehmen bewerben die Kleidung mit Hinweisen auf ein hohes Maß an „moderner“ Funktionalität und Tragekomfort und vergessen auch nicht, auf optische Blickfänge, wie etwa sehr schlanke Schnitte, Passform, gefällige Farbkombinationen, Verarbeitung sowie andere Details hinzuweisen.

    Anforderungen an die Beschaffenheit der Reinraumbekleidung

    Die Maßstäbe, die hinsichtlich der Qualität der zum Einsatz kommenden Schutzkleidung gelegt werden, sind begründet hoch angesiedelt. Dabei spielen einerseits die subjektiven Empfindungen der Träger eine Rolle. Ihnen wird durch den angesprochenen hohen Tragekomfort sowie optischen Elementen Rechnung getragen. Die weiteren Anforderungen an Reinraumbekleidung betreffen die Produkte und Arbeitsprozesse selbst. Sie sind es auch, die absolute Priorität genießen. Dennoch sollte der Fokus der Einkäufer stets auf alle Faktoren und Eigenschaften gelenkt werden und mit in die spätere Kaufentscheidung einfließen.

    Folgende Eigenschaften und Bedingungen muss Reinraumbekleidung erfüllen:

    • Reinraumbekleidung muss über eine ausreichende Abriebfestigkeit verfügen
    • Reinraumbekleidung muss antistatisch wirken
    • Reinraumbekleidung muss über ein Partikelrückhaltevermögen verfügen
    • Reinraumbekleidung muss über ein Partikelmigrationsverhalten verfügen
    • Dekontaminierung: die Kleidung muss von gefährlichen Verunreinigungen befreit werden können
    • Sterilisierbarkeit: die Kleidung muss von lebenden Mikroorganismen einschließlich der Ruhestadien befreit werden.

    Gewebe, das bei der Reinraumbekleidung zum Einsatz kommt

    Für Entscheider ist es gar nicht so leicht zu beurteilen, welches Gewebe für die spezifisch zu bewältigenden Anforderungen im Unternehmen das genau Passende ist. Sofern das Unternehmen nicht über entsprechende Prüfgeräte verfügt, muss sich der Einkäufer auf Beratungen von Experten und Analysen qualifizierter Forschungsinstitute stützen. Jedenfalls dann, wenn er unabhängig von einer möglichen Beeinflussung durch den Handel entscheiden möchte, welche Reinraumbekleidung für die Produktionsprozesse benötigt werden.

    Die Beschaffenheit des Gewebes für Reinraumtechnik ist generell nur dann aussagekräftig, wenn deren Eigenschaften analysiert werden. Reinraumbekleidung erfordert zudem ein bestimmtes Zusammenspiel unterschiedlichster Attribute, um bestmöglich wirken zu können. Diese Eigenschaften wurden bereits weiter oben aufgezählt.

    Doch es kommen weitere, wichtige Aspekte hinzu. So erhält die Tatsache, dass es der Mensch ist, der zu den größten Ursachen einer Kontamination in der Reinraumtechnik zählt, einen erheblichen Stellenwert. Daraus ergibt sich, dass dem Partikelrückhaltevermögen des Gewebes der höchste Stellenwert zugemessen wird. Nur dann, wenn exakte Daten zum Partikelrückhaltevermögen herangezogen werden, kann eine korrekte Auswahl des passgenauen Gewebes für das jeweilige Unternehmen getroffen werden.

    Zu einer genauen Analyse reichen diese Daten allein jedoch noch nicht aus. Denn es können auch weitere Indikatoren beeinflussende Wirkungen auf die erhobenen Daten ausüben. Ein professioneller Vergleich unterschiedlicher Gewebe ist daher also auch nur unter gleichen Testbedingungen möglich.

    Folgende Eigenschaften können Einfluss nehmen:

    • die Art der zur Untersuchung hinzugezogenen Testpartikel
    • die Größenverteilung der zur Untersuchung hinzugezogenen Testpartikel
    • die Temperatur des zur Untersuchung verwendeten Gases
    • die Geschwindigkeit der Strömung des zu untersuchenden Gases
    • schließlich können auch die Filtrationstests in hohem Maße Einfluss nehmen

    Reinraumbekleidung: Leasing oder Kauf?

    Planer und Einkäufer der Unternehmen, die anstehende Aufgaben für eine Kaufentscheidung bis hierhin strategisch erledigen konnten, stehen schließlich vor der Frage der Beschaffung der Reinraumbekleidung. Lohnt sich eher ein Kauf der Reinraumbekleidung oder ist die Beschaffung im Leasing-Verfahren die bessere Wahl?

    Im Wesentlichen handelt sich um eine betriebswirtschaftliche Entscheidung im Sinne einer Kosten-Nutzen-Analyse. In beiden Fällen – also dem Kauf und dem Leasing – handelt sich um Mehrwegbekleidung. Beim direkten Kauf durch das Unternehmen sollten die Kosten der Anschaffung sowie der logistische Aufwand im Fokus stehen. Demgegenüber stehen das Leasingverfahren und der langfristige Vertrag mit einer geeigneten, auf Dekontamination und Sterilisation vertrauten Wäscherei.

    Entscheidung für Mehrweg- oder Einwegbekleidung

    Auch auf die Frage, ob nicht eventuell die Entscheidung für Einwegkleidung die Mutter aller Lösungen sein könnte, treffen Planer im Bereich Reinraumtechnik sehr schnell. Doch auch hier hilft nur eine genau Bedarfsanalyse im Vorfeld sowie eine Abwägung der Vorteile gegenüber den Nachteilen!

    Vorteile der Einwegbekleidung:

    • hohes Partikelrückhaltevermögen
    • gute chemische Stabilität
    • gute toxische Stabilität

    Nachteil der Einwegbekleidung:

    • Vorreinigung der Einwegs-Reinraumbekleidung in hohen Reinheitsklassen; somit wird die Kostenersparnis wieder aufgezehrt
    • Massenanfertigung, die keine individuellen Ansprüche berücksichtigt

    Planer werden also mit einer Vielzahl an Überlegungen konfrontiert, bevor der Kauf von Reinraumbekleidung getätigt werden kann. Relativ einfach lässt sich eine diesbezügliche Entscheidung treffen, wenn wenig Reinraumtechnik zur Anwendung kommt. Hier ist der Einsatz von Einweg-Reinraumbekleidung aus Kostengründen in den meisten Fällen die sinnvollere Alternative.

    Fazit: Entscheidungen zur Art und Beschaffung von Reinraumbekleidung sind immer ein Ergebnis der individuellen Analysen. Dennoch ist davon auszugehen, dass bei größeren Reinraum-Komplexen mit hohen Reinheitsklassen tendenziell eher Mehrwegbekleidung genutzt wird. Kleinere Reinraum-Bereiche in niedrigen Reinheitsklassen werden am Ende aller Abwägungen wohl voraussichtlich mit der Entscheidung für die Einweg- Reinraumbekleidung kosteneffizienter zurechtkommen.


    Verfasst von Ursula Pidun

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    Veröffentlicht in Bekleidung

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