• Home
  • Technische Sauberkeit
  • Reinraum
  • Messtechnik
  • Bekleidung
  • Verbrauchsmaterial
  • Veranstaltungen
  • Virtual Reality Galerie
  • Anzeige


    07. Februar 2012

    Reinraum – Karriere in der Mikrotechnologie – Interview mit Katharina Kunze, ZEMI Berlin

    Die Bereiche Forschung, Fertigung und Produktion in Reinräumen erzielen einen immer höheren Stellenwert. Um innerhalb der Technischen Sauberkeit hochwertige Ergebnisse zu erzielen, wird qualifiziertes Personal mit den jeweiligen komplexen Aufgabenstellungen betraut. Studium und Ausbildung beispielsweise im Bereich Mikrotechnologie sorgen für bestmögliche Qualifizierungen der künftigen Mitarbeitenden. Das Zentrum für Mikrosystemtechnik Berlin (ZEMI) trägt hierzu großen Anteil.

    Reinraum ZEMI Berlin

    MINT-Berufe - künftige Mikrotechnologinnen erobern den Reinraum (Foto: FBH/schurian.com)

    Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik zählen zu den Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Deren Nutzung sowie die Erschließung neuer Anwendungen gelten als Herausforderung der Zukunft industrieller Standorte. Im internationalen Vergleich zählt Deutschland innerhalb der Mikrosystemtechnik zur Spitzengruppe.

    Damit dies auch so bleibt, zählt die Nachwuchsförderung sowie Aus- und Weiterbildung zu den größten Herausforderungen. Angesichts der demografischen Entwicklung muss allerdings auch kräftig um Nachwuchs in diesen Berufsfeldern geworben werden. Das Zentrum für Mikrosystemtechnik Berlin (ZEMI), das sich als Verbund von Berliner Forschungseinrichtungen versteht, hat sich genau dieses ambitionierte Vorhaben zu Eigen gemacht. Es wendet sich daher mit einem speziellen Ausbildungsnetzwerk an alle Interessenten, die sich eine Karriere in der Mikrotechnologie vorstellen können. Wir haben nachgefragt: Im Gespräch mit Katharina Kunze. Die Diplom Pädagogin ist seit 2010 am Zentrum für Mikrosystemtechnik Berlin für den Bereich Aus- und Weiterbildung zuständig und hier speziell für die Nachwuchsgewinnung und -förderung.

    Frau Kunze, das ZEMI ist ein Verbund von Berliner Forschungseinrichtungen, in dem das regionale Forschungs- und Entwicklungspotential in der Mikrosystemtechnik vernetzt ist. Welche Einrichtungen zählen zum Verbund?

    Diplom Pädagogin Katharina Kunze

    Diplom Pädagogin Katharina Kunze (Foto: ZEMI)

    Der Verbund besteht aus sechs Berliner Forschungseinrichtungen. Dazu gehört die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, das Ferdinand-Braun-Institut, Leibniz-Institut für Höchstfrequenztechnik, das Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik, das Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration, das Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH sowie die Technische Universität Berlin.

    Seit wann gibt es denn das Zentrum für Mikrosystemtechnik Berlin schon?

    ZEMI wurde im November 2001 offiziell ins Leben gerufen. In den folgenden zwei Jahren wurde die technische Infrastruktur am Standort Berlin-Adlershof auf- und ausgebaut. Hierfür wurden durch die Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur und die Europäische Union Fördergelder wie etwa EFRE-Mittel bereitgestellt. Seit 2004 wird das ZEMI von den beteiligten Partnern selbständig weitergeführt.

    Das ZEMI steht auch als Ansprechpartner für Industriekooperationen zur Verfügung. Um welche Kooperationen handelt es sich?

    Kooperationen, die ZEMI unterstützt, sind vielfältiger Art. ZEMI hat sich insbesondere zum Ziel gesetzt, seine intellektuellen und technischen Ressourcen für Anwenderinnen und Anwender nutzbar zu machen. Der Zugang zu den Partner-Einrichtungen des ZEMI wird durch die Geschäftsstelle des Zentrums für Mikrosystemtechnik Berlin als zentraler Ansprechpartner erleichtert. Zudem sollen Unternehmen bei der Entwicklung und Fertigung von Produkten unterstützt werden. Ziel ist es, Entwicklungszeiten der Industriepartner zu verkürzen und Innovationskosten zu verringern. Um den Erfolg sicher zu stellen, bietet ZEMI zudem ein umfassendes und kompetentes Projektmanagement an.

    Gleichzeitig steht auch das wichtige Thema der Sicherung und Schulung von Fachkräften im Mittelpunkt?

    Reinraum

    Auszubildende in typischer Reinraumkleidung (Foto: FBH/schurian.com)

    Das ist richtig, denn die Sicherung der Fachkräfte ist eine zentrale Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit der Kooperationspartner. Daher ist ZEMI seit 2004 aktiv in der Aus- und Weiterbildung sowie Nachwuchsförderung. Der Verbund koordiniert seitdem mehrere Netzwerke im Bildungsbereich und in Anwendungsfeldern der Mikrosystemtechnik. Mit der seit 2006 jährlich stattfindenden Microsystems Summer School Berlin macht ZEMI seine regionale Kompetenz in der Mikrosystemtechnik als bundesweites Angebot für die akademische Weiterbildung zugänglich.

    Die Sommeruni bietet Unternehmensmitarbeitenden, Studierenden der höheren Semester und Promovierenden der Natur- und Ingenieurwissenschaften die Chance, sich über aktuelle Trends in der Mikrosystemtechnik-Forschung zu informieren. Durch passgenaue Vermittlung geeigneter Bewerberinnen und Bewerber hilft das Ausbildungsnetzwerk Hochtechnologie Berlin dabei, auch die betriebliche Ausbildungssituation in der Region Berlin-Brandenburg nachhaltig zu verbessern.

    Wann ist das Ausbildungsnetzwerk Hochtechnologie Berlin (ANH) hinzugekommen und wie wird es finanziert?

    ANH ist seit 2007 aktiv und wird im Rahmen des Ausbildungsstrukturprogramms JOBSTARTER gefördert. Die Finanzierung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ist zurzeit bis 2013 gesichert. Seit der Gründung hat das Ausbildungsnetzwerk bereits 83 zusätzliche duale Ausbildungsplätze im Bereich der Mikro- und Nanotechnologie sowie der Optischen Technologien geschaffen. Gemeinsam mit der Lise-Meitner-Schule, Oberstufenzentrum für Chemie, Physik und Biologie, hat das ZEMI dieses Netzwerk aufgebaut, um Unternehmen sowie potenzielle Auszubildende über Hochtechnologie-Ausbildungsberufe zu informieren und passgenau zu vermitteln.

    ANH Berlin ist schwerpunktmäßig in den Bereichen Mikro-, Nanotechnologien, der optischen Technologien sowie der Solar- und Photovoltaik tätig. Welche Ausbildungen werden explizit in diesem Bereich angeboten?

    Es gibt eine Vielzahl interessanter und spannender Ausbildungsberufe, die unter dem Bereich Hochtechnologie zusammengefasst werden können. Oftmals sind leider viele der Berufe bei Jugendlichen unbekannt. Zu den wichtigsten Berufen zählen Mikrotechnologe/-in, Physiklaborant/-in, Chemielaborant/-in und Feinoptiker/-in. Aber auch angrenzende Berufe wie Industriemechaniker/-in, Mechatroniker/-in und Feinwerkmechaniker/-in sind aus diesem Bereich nicht wegzudenken. Alle diese Berufe werden im dualen System ausgebildet. Das bedeutet, der praktische Teil der Ausbildung erfolgt im Unternehmen und die Theorie vermittelt die Berufsschule.

    Kooperiert ANH auch bereits mit Schulen, um Nachwuchs für Ausbildungsberufe im Hochtechnologie-Bereich zu interessieren?

    Reinraum-Auszubildende

    Auszubildende im Reinraum (Foto: FBH/schurian.com)

    Richtig, wir beraten und informieren Schülerinnen und Schüler über verschiedene Ausbildungsberufe im Hochtechnologie-Bereich. Dabei bauen wir nicht nur Kontakte zu Schulen auf und pflegen sie, sondern bringen auch Schulen und Unternehmen zusammen. Durch Firmenbesuche und Praktikumsangebote bekommen Schülerinnen und Schüler praktische Einblicke in verschiedene Berufsfelder.

    Auf vielen Berufsmessen sind wir mit einem Stand vertreten und bieten dort Berufsberatung an. Zudem gehen wir in Schulen, stellen dort Hightech-Ausbildungsberufe vor und bieten zusätzliche, individuelle Beratungsgespräche an. Oft werden wir durch Auszubildende unterstützt, die von ihrer Ausbildung zielgruppengerecht berichten und alle Fragen, die die Jugendlichen haben, beantworten können.

    Um das eigene Geschick zu testen, können Schulgruppen im Schülerlabor MicroLAB einfache Arbeitsschritte der Mikrotechnologie (www.microlab-berlin.de) und Experimente zur Halbleiterstrukturierung durchführen. Das Labor wird gemeinsam von der Lise-Meitner-Schule Berlin und dem Ferdinand-Braun-Institut betrieben. Durch den Zusammenschluss der Berufsschule für Ausbildungsberufe in der Hochtechnologie und der Forschungseinrichtung werden praktische Experimente im Schülerlabor mit Blick in die reale Forschung verbunden. Um mit Lehrkräften und weiteren Bildungsverantwortlichen in Kontakt zu kommen und unsere Dienstleistungen bekannter zu machen, stellen wir unsere Aktivitäten auf Fachmessen und Netzwerktagungen vor. Weiterlesen Teil 2

     

    (Alle Fotorechte FBH/schurian.com Berlin; Animation Sauberkeit & Reinraum)

    - Das Interview führte Ursula Pidun

    Weitere Interviews:

    3.800 Quadratmeter Reinraum – Interview mit Willibald Gabler, Danfoss Silicon Power GmbH
    Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) Interview mit Dipl.-Ing. Peter Becker
    Reinraum an der Fachhochschule Nordwestschweiz – Interview mit Prof. Dr.-Ing. Jens Gobrecht
    Johannes Kepler Universität Linz – Interview mit Univ.-Prof. Dr. Friedrich Schäffler
    Reinraumtechnik – Interview mit Dr. Lothar Gail
    Reinraum der Klasse 1 im INA der Uni Kassel – Interview mit Dr. rer. nat. habil. Martin Bartels
    Reinster Reinraum – Interview mit Dipl.-Biol. Markus Keller
    Technische Sauberkeit – INTERVIEW mit Dipl.-Ing. Hans Illig
    CO2-Schneestrahltechnik – Interview mit Dipl.-Ing. Hans-Jörg Wössner
    Österreichische Reinraumgesellschaft (ÖRRG) – Interview mit Ing. Roman Czech
    Zukunft Reinraumbekleidung: INTERVIEW mit Carsten Moschner


    Verfasst von Ursula Pidun

    Zu diesem Artikel gibt es Noch keine Kommentare. Kommentar verfassen »

    Veröffentlicht in Interview, Reinraum, Technische Sauberkeit

    Schlagwörter


    « »

    Both comments and pings are currently closed.

    Comments are closed.


    Online Magazin Konzept und Realisierung Barrakuda Onlinemarketing