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  • 11. Oktober 2011

    Der „Illig-Wert“

    Der sogenannte „Illig-Wert“ gilt als offizielle Berechnungsart der Gewichtungsfaktoren unterschiedlicher Größenklassen und ist anerkannte Methode zur Messung von Partikelniederschlägen in der Automobilindustrie. Entwickler dieser Formel, die über alle Grenzen hinaus Bekanntheit erzielte, ist Dipl.-Ing. Hans Illig, der seit über 25 Jahren für Daimler im Nutzfahrzeugmotorenbau tätig ist.

    Der Illig-Wert

    Der Illig-Wert ist eine anerkannte Methode zur Messung von Partikelniederschlägen. (Foto: Daimler AG)

    Im Restschmutzschmutzlabor der Werkstoff – und Prozesstechnik des Mercedes-Benz Werkes in Mannheim geht es äußerst sauber zu. Das hat einen guten Grund. Denn seit 2003 befasst sich ein spezialisiertes Team mit der Analyse und Auswertung von partiklulären Verunreinigungen,  also kleinste, mit dem bloßen Auge kaum erkennbare Teilchen. Hier, im eigens dafür aufgebauten Analyse- und Restschmutzlabor wird akribisch separiert, gemessen, protokolliert und ausgewertet. Das Team rund um den Experten Hans Illig hat sich das Thema „Technische Sauberkeit“ auf die Fahne geschrieben. Der gelernte Elektro-Ingenieur arbeitet bereits seit nunmehr 25 Jahren für Daimler im Nutzfahrzeugmotorenbau und kümmert sich nun ausschließlich um Einhaltung dieses Qualitätsmerkmals.

    „Illig-Wert“ – allgemeingültige Bewertung

    Von ihm und zu seinen Ehren stammt auch der inzwischen über alle Grenzen hinaus bekannte „Illig-Wert“. Basis dieser innovativen Grundlagenforschung war die Suche nach einer Messgröße für Umgebungssauberkeit, die Menge der gefundenen Partikel in eine möglichst allgemeingültige Bewertung einzubinden. Das ist Hans Illig perfekt gelungen. Heute werden in Restschmutzlabor beachtliche 20.000 Partikel in einer rasenden Geschwindigkeit von nur zwei Minuten erfasst und größensortiert gezählt. Grundlage zur Bewertung von Partikelniederschlag bietet eine mathematische Formel, die von Hans Illig höchstpersönlich ausgetüftelt und schließlich innerhalb des VDA (Verband der Automobilindustrie) eindeutig formuliert wurde.  Bei der Berechnung des „Illig-Wertes“ werden alle aufgespürten Partikel jeder Größenklasse addiert und – je nach Größenklasse – mit abgestuften Faktoren gewichtet. Die Kriterien zur Gewichtung entspringen dabei allerdings keinesfalls subjektiven Maßstäben sondern einem speziellen, mathematischen Modell in Umkehrfunktion zur tatsächlichen Partikelverteilung. Da Ergebnis schlug sich in folgender Formel nieder:

    • Illigwert = die Summe aller Partikel einer Größenklasse, beginnend mit 50µm bis größer 1000µm, je Größenklasse multipliziert mit dem quadratischen Vielfachen von 50µm normiert auf 1000cm² und 1Stunde
    Grafik zum Illig-Wert

    Partikel jeder Größenklasse werden addiert und - je nach Größenklasse - mit abgestuften Faktoren gewichtet. (Foto: Daimler AG)

    Diese Methodik erlaubt es, sedimentierte Partikelniederschläge unterschiedlichster Orte und Sammelzeiten in einen Vergleich zu setzen und einheitlich mittels einer Maßzahl – dem sogenannten „Illig-Wert“ – zu bewerten.

    „Illig-Wert“ – auf den Punkt gebracht

    Der Illig Wert

    Hans Illig präsentiert eine PNS-Partikelfalle (Foto: Daimler AG)

    Das Ergebnis spiegelt sich im sogenannten Illig-Wert wieder. Dieser Wert bzw. die dahinter stehende Methodik zur Ermittlung des „Illig-Wertes“ versetzt Mitarbeiter der Produktion in die Lage, eine generelle Risikobewertung zur Kontamination bzw. Rückverschmutzung sauberer Teile mit Partikeln vorzunehmen, an die sich erfolgversprechende Gegenmaßnahmen anschließen können.

    Der hohe Stellenwert, der sich aus diesen Erkenntnissen ergibt, zeigen allein schon die möglichen Folgen, die aus Verschmutzungen durch kleinste Teilchen resultieren. So können kleinste Partikel, die sich beispielsweise an der Zylinderlauffläche ablagern, zu deutlich mehr Verschleppung des Öls in den Brennraum führen. Das negative Resultat ließe sich an deutlich schlechteren Emissionswerten ablesen.

    „Illig-Wert“ – offizielle Berechnungsart

    Verunreinigungen während der Produktion können sich auch auf die Leistungsfähigkeit und die Lebensdauer hochwertiger Motoren auswirken. Davor ist das Unternehmen Daimler dank professioneller Mitarbeiter im Bereich Reinraumtechnik, einem hervorragend ausgestatteten Restschmutzlabor und nicht zuletzt den Erkenntnissen durch den Illig-Wert bestens gefeit. Auch Produktionen anderer Unternehmen und Branchen profitieren: Der „Illig-Wert“ gilt als offizielle Berechnungsart der Gewichtungsfaktoren unterschiedlicher Größenklassen und ist anerkannte Methode zur Messung von Partikelniederschlägen in der Automobilindustrie.

    Lesen Sie hierzu auch:

    Verweise:

    Verfahren zur Partikelmessung
    Portrait Volker Burger -Experte für Technische Sauberkeit
    Reinraumklassen – Herzstück der Gravimetrie

    Der reinste Reinraum der Welt
    Reinster Reinraum – Interview mit Dipl.-Biol. Markus Keller


    Verfasst von Ursula Pidun

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    Veröffentlicht in Technische Sauberkeit, Messtechnik

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